Australien Tour durch das Outback (Abschnitt 4/5)
Letztes Update: Sonntag, 06. Februar 2011 13:51 Uhr
Dies ist der vierte Abschnitt aus dem Reisebereicht Australien 2009.
Mit dem Auto geht es mitten durch das Outback, hinaus in die einsame Ferne Australiens.
Inhalt:
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Über den Stuart Highway beginnt die lange Fahrt durch das Outback Australiens bis zum nächsten Halt in Coober Pedy.
Der Stuart Highway ist mit einer Länge von rund 2.800 Kilometer eine der wichtigsten Fernverkehrsstraßen und verläuft von Adelaide im Süden über Alice Springs bis in den Norden nach Darwin.
Die Fahrt durch South Australia führt uns durch den Lake Gairdner National Park.
Die trockene, extrem ausgedörrte Landschaft ist praktisch frei von Wasser sowohl an der Oberfläche als auch im Boden.
Mit großem Getränkevorrat im Gepäck durchqueren wir die lange Straße Richtung Norden, treffen alle paar Stunden mal ein anderes Auto und blicken in die unendlich scheinende Leere des Outbacks.
Coober Pedy ist eine kleine Ortschaft mit 4000 Einwohnern, die im südlichen Teil des australischen Outbacks liegt, etliche hundert Kilometer entfernt von der nächsten Ansiedlung.
Der Ort wird häufig auch "Opal-Hauptstadt der Welt" genannt, da es dort die größte Quelle dieser Edelsteine gibt.
Der Name "Coober Pedy" stammt ursprünglich von dem Aboriginal Begriff "kupa piti" ab, was soviel heißt wie "weißer Mann im Loch".
Denn aufgrund der sehr hohen Temperaturen, besonders im Sommer, leben die Einwohner in unterirdischen Wohnhöhlen, den sogenannten "Dugouts", von denen meist nur der Hauseingang zu sehen ist.
Ebenso gibt es unterirdische Hotels und sogar größere Kirchen liegen unter der Erde.
Um etwas mehr von der Opalhauptstadt und der Umgebung zu erfahren, buchen wir eine geführte Bustour für einen Tag.
Unser Fahrer Günther ist ein ausgewanderter Deutscher, der seit mehreren Jahrzehnten in Australien lebt und früher selbst viele Jahre im Opalabbau gearbeitet hat.
Er bringt uns mitten in das Abbaugebiet, wo ein aufgeschütteter Sandhügel neben dem andern liegt, jeweils neben kleinen, unscheinbaren Erdlöchern.
Vorbei an vielen Warnschildern fährt er mit dem Bus zwischen diesen ungesicherten Minenschächten umher und erklärt uns verschiedene Abbaumethoden.
Die für den Abbau am häufigsten benutzten Hilfsmaschinen hatten wir bereits am Ortseingang gesehen, die sogenannten "Blowers of Coober Pedy" (s. linkes Foto).
Ein "Blower" funktioniert ähnlich wie ein überdimensionierter Staubsauger, der Sand und Gestein aus Tiefen bis zu 30 Metern absaugt und an die Oberfläche befördert.
Als Überraschung zeigt er uns sogar einen kleinen Golfplatz, der zur Erholung von der harten Arbeit für die Minenarbeiter angelegt wurde.
Mit dem Bus geht es ein Stück aus der Stadt heraus zu den "Breakaways",
ein besonders wichtiger Ort für die Antakirinja Mutuntjarra, die traditionellen Hüter dieses Landes.
Auf dem holprigen und steinigen Weg bewundern wir faszinierende Landschaftsformationen mit spärlicher Bewachsung und kleinen Hügeln und Bergen.
Besondern auffällig sind zwei farbige Hügel "Papa or the Castle", die für die traditionellen Aborigines zwei sitzende Hunde darstellen, einen Weißen und einen Braunen.
Der nächste Halt ist am "Dog Fence", ein über 5000 Kilometer langer Hundezaun, der sich durch drei Bundesstaaten zieht.
Der "Dog Fence" ist der längste Zaun der Welt und soll Nutztiere der südlich gelegenen Farmen von Australiens wilden Hunden, den Dingos, schützen.
Von Coober Pedy steht heute wieder eine lange Fahrt von rund 750 Kilometern bis zum Mittelpunkt im Outback auf dem Tagesplan.
Unterwegs im Outback kommt uns einer der berühmten "Oversize Road Trains" entgegen, ein besonders großer Lastwagen mit mehreren Anhängern (Long Vehicle).
Im Gegensatz zu den "gewöhnlichen" Road Trains (wie auf dem Foto), die gerade noch auf eine Straßenseite passen, ist die Oversize Variante deutlich größer.
Das beladene Fahrzeug ist zu breit und benötigt den Platz beider Fahrspuren auf dem Highway, so dass ein Begleitfahrzeug vorweg fährt und entgegenkommenden
Verkehr an die Seite dirigiert. Also fahren wir an den Straßenrand und bestaunen den gigantischen Straßenzug, der in einer riesigen Staubwolke an uns vorbeidonnert.
Pünktlich kurz vor Sonnenuntergang kommen wir am Ayers Rock Resort an und sehen schon von weitem den roten Felsen, der mitten im Outback in den Himmel ragt.
Wir fahren zu der "Sunset Viewing Area" und warten zusammen mit anderen Touristen gespannt auf das berühmte Naturschauspiel.
Die Sonne geht langsam unter und lässt den roten Felsen noch einmal in einem faszinierenden Farbenspiel aufleuchten.
Der Felsen des Ayers Rock wechselt mit Tageslicht von dunklem rotbraun in glühendes rot. Unbeschreiblich...
Im Zentrum des roten Kontinents angekommen machen wir eine Wanderung um den berühmten, roten Felsen Ayers Rock.
Dies ist ein heiliger Ort der Anangu, der Aborigines, die in dieser Gegend seit tausenden von Jahren leben und dem Berg den Namen Uluru gegeben haben.
Der Uluru is ca. 600 Millionen Jahre alt und der zweitgrößte Monolith der Erde. Er hat einen Umfang von knapp 10 Kilometern und ist 348 Meter hoch.
Der sichtbare Teil ist jedoch nur die Spitze des Felsens, der Rest liegt bis zu sechstausend Meter unter der Erde.
Im Gegensatz zum größten Monolith, dem Mount Augustus in Westaustralien, ist der Ayers Rock kaum bewachsen.
Auf seiner zerklüfteten, rötlichen Oberfläche befinden sich zahlreiche Löcher und Spalten, teilweise mit Wasser gefüllt.
Außerdem sind an verschiedenen Stellen sehr alte Zeichen und Bemalungen der Aborigines zu finden.
Die Tour um den berühmten Felsen ist sehr beeindruckend, insbesondere das tägliche Naturschauspiel bei Sonnenauf- und Untergang.
Nur etwa 20 Kilometer vom Ayers Rock entfernt befindet sich eine ebenso spektakuläre Gruppe von 36 Inselbergen, die Olgas, die von den Aborigines auch Kata Tjuta genannt werden.
Aus der Ferne wirken die roten Felsen wie Köpfe und dies ist auch die Bedeutung von Kata Tjuta in der Anangu-Sprache.
Etwas höher als der Uluru ragt der höchste Fels 564m aus der Erde heraus.
Auf der Hinfahrt können wir die roten "Köpfe" schon aus einiger Entfernung erkennen und je näher wir an die Olgas herankommen, desto spektakulärer wird der Anblick.
Das Licht der Sonne lässt die Felsen rot erleuchten.
Vom Besucherparkplatz aus führt uns ein kurzer Wanderweg entlang zwischen zwei "Köpfen" zu einer kleinen Aussichtsplattform.
Für eine längere Rundwanderung um alle Felsen der Olgas ist uns das Wetter zu heiß. Wir beschließen, im klimatisierten
Campervan zu unserem nächsten Ziel zu fahren, und erreichen gegen Abend das Kings Canyon Resort.
Auch dieses Mal haben wir Glück und können in aller Ruhe den roten Sonnenuntergang am Kings Canyon bewundern.
Ein weiteres Highlight unserer Australienreise ist eine Tour durch den Kings Canyon, der etwa 300 Kilometer südwestlich von Alice Springs liegt und Teil des Watarrka Nationalparks ist.
Wir wählen eine Route um den Canyon herum, die mit einem sehr steilen Anstieg beginnt und dann über die Plateaus führt.
Während der Wanderung eröffnet sich ein beeindruckender Blick über die Schluchten, bizarre Felsformationen und die weite Landschaft um das gesamte Gebiet.
Wir gehen vorbei an Felswänden aus rotem und gelbweißem Sandstein, klettern zwischen großen und kleinen Steinen herum und blicken an der Kante stehend etwa 100 Meter in die große Schlucht hinunter.
Eine besonders hohe Felswand ist durch einen Felsabsturz vor 60 Jahren entstanden. Die helle Sandsteinwand sieht aus wie mit dem Messer abgeschnitten.
Ungefähr nach der Hälfte des Pfades steigen wir zu einem Wasserloch hinunter, welches aufgrund der seltenen Pflanzen auch als "Garden of Eden" bezeichnet wird.
Auch im Kings Canyon treffen wir auf verschiedene Echsen, die meist jedoch relativ klein sind.
Wesentlich größer ist allerdings eine Gruppe Emus, die wir ein paar Stunden später auf der Weiterfahrt nach Alice Springs entdecken.
Angekommen im roten Zentrum machen wir einen kleinen Stadtbummel durch Alice Springs.
Alice Springs ist die einzige größere Stadt im Zentrum Australiens und liegt mitten im Outback, etwa 1.500 Kilometer von allen anderen großen Städten entfernt.
Mit knapp 30.000 Einwohnern ist der Ort nicht besonders groß. Dafür ist aber alles auf Tourismus eingestellt und es gibt sogar einen kleinen Flughafen.
Die letzte Wanderung vor dem Flug nach Sydney führt uns in den westlichen Teil der MacDonnell Ranges.
Über einen steinigen Pfad entlang eines kleinen Flusses gelangen wir zur eindrucksvollen Schlucht "Standley Chasm",
die nur wenige Meter breit zwischen fast 100 Meter aufragenden Quarzitwänden liegt.
Zur Mittagszeit können die senkrechten Sonnenstrahlen bis zum Boden durchdringen und lassen die Wände in rotbraunen Farbtönen leuchten.
Nach den vielen Wanderungen im Outback bleiben wir einen Tag auf dem Campingplatz im Heavitree Gap, im Süden der Stadt in der Nähe vom Todd River.
Als großes Highlight gibt es auf dem Gelände des Campingplatzes einen angrenzenden Hügel, an dem jeden Abend bei Dämmerung kleine Felswallabys auftauchen.
Dadurch haben wir die einzigartige Möglichkeit, freilebende Kängurus aus der Nähe zu betrachten.
Die kleinen, putzigen Tiere hüpfen neugierig umher und lassen sich aus der Hand füttern und streicheln.
Weiter zum nächsten Abschnitt: Sydney
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