Soll ich mein Kind vom Terrorismus im Internet schützen?

Letztes Update: Freitag, 14. April 2017 - 16:30 Uhr
Schluss mit Cybermobbing

Artikel von Philipp Egger:

Cybermobbing zählt mittlerweile auf der ganzen Welt mit zu dem gefürchtetstem Terror im Internet. Veröffentlichte Inhalte sind aufgrund ihrer schnellen Verbreitung nur sehr schwer kontrollierbar, da sie weder zeitlich noch räumlich begrenzt sind. Die Täter handeln meistens in der Anonymität, weshalb die Hemmschwelle auch sehr niedrig ist. Die Beleidigungen in sozialen Netzwerken können sich für Kinder und Jugendliche leider zu einem sehr großen Problem entwickeln.

Cybermobbing ist häufiger, als man glaubt. Laut aktuellen Studien waren rund 10 Prozent der befragten Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 19 Jahren bereits davon betroffen. Jeder dritte Befragte gibt Auskunft, dass sie einen Bekannten haben, der über das Handy oder Internet so richtig fertig gemacht wurde. Diese Daten sind für Eltern natürlich sehr erschreckend, noch dazu, wenn man von diesen Themen überhaupt keine Ahnung hat.

Was versteht man unter Cybermobbing?

Cybermobbing bedeutet, dass eine bestimmte Person gezielt bloßgestellt, beleidigt und in vielen Fällen auch bedroht wird. Über das Handy oder soziale Netzwerke werden schlimme Gerüchte verbreitet oder peinliches Bildmaterial veröffentlicht, was in der Folge den sozialen Ausschluss zur Folge hat.

  • Fake-Profile und Identitätsdiebstahl
  • Verleumdung
  • Beschimpfungen
  • Bloßstellung
  • Fortwährende Belästigungen
  • Verfolgung
  • Beabsichtigte Exklusion, also sozialer Ausschluss
  • Gewaltandrohungen
  • Veröffentlichung von peinlichen Fotos oder Videos

In der Regel stammen die Täter aus dem schulischen Umfeld der Opfer. Die meisten Kinder oder Schüler die ihre Kameraden mobben, waren selbst schon von Cybermobbing betroffen. Als Grund dafür wird einfach nur Spaß oder aus Langeweile angegeben.

Woran erkennt man, ob die eigenen Kinder von diesem Terror betroffen sind?

Die Reaktion der Kinder ist sehr unterschiedlich. Die meisten Betroffenen ziehen sich deutlich zurück und werden immer verschlossener. Typisch für Cybermobbing sind Ausreden oder vorgetäuschte Krankheiten um nicht mehr in die Schule zu müssen. Auch das Internet oder Handy wird dadurch viel weniger benutzt. Niedergeschlagenheit, Minderwertigkeitsgefühle, Vertrauensverlust und Angst sind die Folge. Cybermobbing kann allerdings auch zu Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen und Schlafstörungen führen. Gegebenenfalls kann es auch vorkommen, dass die Kinder mit leichten Verletzungen oder kaputten Gegenständen von der Schule nach Hause kommen. In einigen Fällen müssen die Opfer auch Geld bezahlen, um nicht weiter belästigt zu werden.

Wie können Eltern ihre Kinder gegen Cyberterror schützen?

Anhand der aufgezählten Fakten wird es sicherlich mehr als deutlich, dass man seine Kinder auf jeden Fall vor dieser Art von Cyberterror schützen muss. Die Gefahren im Internet sind also nicht nur die bekannten Risiken was Viren, Hacker oder nicht geeignete Inhalte im Netz angeht. Wichtig ist auf jeden Fall, dass Kinder zu ihren Eltern ein gutes Vertrauen haben und sich bei Schwierigkeiten jederzeit an diese wenden können. Vor allem Kinder sollten schon von Anfang an beim Gebrauch vom Internet, egal über Handy oder den Computer, über mögliche Gefahren aufgeklärt werden.

Es ist wichtig, dass Eltern zu ihren Kindern eine gute Vertrauensbasis aufbauen und jederzeit ihre Unterstützung anbieten. Damit fällt es den Sprösslingen viel leichter, sich über ihre Interneterfahrungen mit den Erwachsenen anzuvertrauen. Kinder und natürlich auch die Jugendlichen sollten auf einen höflichen Umgang achten und ihre persönlichen Daten schützen. Dadurch wird schon vorab viel weniger Angriffsfläche geboten.
Ein weiterer bedeutender Faktor ist auch, die betroffenen Kinder nicht mit Verboten zu bestrafen. Cybermobbing liegt in der Regel nicht an einem Fehlverhalten der Opfer. Es ist deshalb auf keinen Fall sinnvoll, irgendwelche Verbote in Bezug auf Handy oder Internetbenutzung auszusprechen. Es ist ratsam mit den Kindern gemeinsam nach gezielten Lösungen zu suchen.

Ein Kontakt zur Schule kann in vielen Fällen sehr hilfreich sein. Cybermobbing sollte deshalb im Unterricht zur Sprache kommen und die Kinder haben dadurch die beste Möglichkeit, sich nach der Klasse an die Lehrer zu wenden. Ideal ist es natürlich, wenn man vorher die entsprechenden Beweise in Form von Screenshots zur Verfügung hat, so dass die Aussagen bewiesen werden können.

Kontakt zu den Tätern und den Eltern ist ratsam, damit der Cyberterror wirklich ein Ende hat. Die Lage des Opfers kann dadurch viel besser verdeutlicht werden. Werden die veröffentlichten Inhalte nicht freiwillig gelöscht, dann kann man bei schweren Verstößen immer noch rechtliche Schritte gegen Cybermobbing einleiten.

Was tun, wenn mein eigenes Kind daran beteiligt ist?

In vielen Fällen sind sich die Kinder überhaupt nicht bewusst, welchen Schaden sie mit Cybermobbing und Cyberterror anrichten können. Es ist auch in diesem Fall sehr wichtig, mit den Kindern ruhig zu reden um herauszufinden, warum es andere beschimpft oder bloßstellen möchte. Mögliche Ursachen können hierzu die Suche nach echter Anerkennung und Beliebtheit sein. Gegebenenfalls sind sie auch der Meinung, dass man im Internet so gut wie alles machen kann, was angeblich erlaubt ist. Allerdings gibt es auch für Internet strenge Gesetze. Bei Verleumdung oder übler Nachrede kann eine Geldstrafe drohen oder sogar eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren.

Die Nutzung vom Internet bei Kindern ist also wirklich ein umfangreiches Thema, mit dem sich Eltern schon so früh wie möglich befassen sollten, um mögliche Gefahren und Risiken zu vermeiden.

 

 


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