Bitcoin: Sicherheitsrisiko durch schädliche Apps reduzieren

Update: Sonntag, 09. Juni 2019 - 10:39 Uhr

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Trotz der allgemeinen Verunsicherung nach den Kurseinbrüchen der immer noch größten Kryptowährung Bitcoin, ist das Interesse an digitalen Währungen nach wie vor ungebrochen. Neben der Entwicklung der Kurse gerät auch zunehmend die Sicherheit in den Fokus der Nutzer.

Bitcoin Kurs-Entwicklung
Anzahl der Transaktionen pro Monat / Quelle: Wikipedia

Denn immer wieder gelingt es Cyberkriminellen, sich Zugriff zu den Coinbeständen der Nutzer von Kryptowährungen zu verschaffen. In diesem Zusammenhang gab es in der Vergangenheit häufig Meldungen über Hackerangriffe auf Handelsplattformen und Wallets, bei denen Anleger und Händler enorme Verluste zu beklagen hatten.

Ein nicht zu unterschätzendes Risiko stellen aber auch zahlreiche Apps dar, die von offiziellen App Stores zur Verfügung gestellt werden. Das steigende Interesse an Kryptowährungen wie dem Bitcoin, der besonders im vergangenen Jahr mit rasanten Kursanstiegen von sich reden machte, bot gleichzeitig einen Markt für entsprechende Apps, mit denen die Nutzer digitale Währungen kaufen und verwalten konnten.

Diesen Markt entdeckten auch kriminelle Hacker für sich. Eine enorme Anzahl an Apps mit gefährlicher Schadsoftware, die sich als harmlose Apps getarnt in App Stores und Play Stores verstecken, warten nur darauf, von ahnungslosen Nutzern installiert zu werden.

Cyberkriminelle machen sich insbesondere Programmierungs- und Übertragungsfehler zunutze, um sich an den Coinbeständen der App-Nutzer zu bereichern. Und um mit eigener Software möglichst hohe Bestände zu stehlen, setzen die Hacker gezielt auf Suchmaschinenoptimierung. Die professionellen Cyberkriminellen wissen, dass Nutzer auf der Suche nach einer für sie geeigneten App häufig Oberbegriffe wie Bitcoin Wallet oder Bitcoin exchange verwenden.

 

Sicherheitslücken bei Google Play Store

Sicherheitsforscher haben unter anderem erneut beim Anbieter Google Play Store rund 270 schädliche Apps gefunden. Der Anbieter entfernte bereits im August 2017 rund 500 schädliche Apps von seiner Plattform.

Auch private Daten im Visier von Cyberkriminellen

Cyberkriminelle geben sich längst nicht mit den Wallets der Nutzer zufrieden. Obendrein verschaffen sie sich auch ganz gezielt Zugriff auf die privaten Daten. Bereits im November vergangenen Jahres gab es Warnungen vor dieser Art der Cyberkriminalität.

Unzureichende Kontrollen der App Store-Betreiber

Die Ursache dafür, dass es eine solch hohe Anzahl gefährlicher Apps gibt, lässt sich auf die mangelhaften Kontrollen der App Store-Betreiber zurückführen. Nur wenige Betreiber nehmen die angebotenen Apps genauer unter die Lupe, um Sicherheitsrisiken auszuschließen und Nutzer, die über den Store verschiedene Apps auf ihrem Smartphone installieren, vor Cyberangriffen zu schützen.

Zahlreiche Betreiber verzichten auf genauere Kontrollen, weil ihnen nach eigenen Angaben die Zeit dafür fehlt. Apps mit Schadsoftware sind ein großes Sicherheitsproblem, von dem Nutzer weltweit betroffen sind. Die nahezu unbegrenzten Möglichkeiten und die Anonymität des Internets ermöglichen Cyberkriminellen überall auf der Welt, sich private Daten und Wertbestände ahnungsloser App-Nutzer anzueignen. Die Kriminellen machen dabei keinen Unterschied zwischen Bitcoin vs Bitcoin Cash. Sie haben es auf beide dieser unabhängigen Kryptowährungen abgesehen, weshalb Sie Ihre Systeme besonders gut schützen sollten.

Was können Nutzer tun, um sich zu schützen?

Eine offiziell zugängliche Auflistung der gefährlichen Apps, einschließlich einer vertrauenswürdigen Quellenangabe, gibt es bisher nicht.
Die Auswahl einer App sollte deshalb grundsätzlich gut überlegt und unter keinen Umständen voreilig oder unter Zeitdruck erfolgen. Denn schließlich soll der ausgewählten App ein gewisser Wertbestand anvertraut werden. Und dieser Schritt setzt ein großes Vertrauen voraus.

Nutzung offizieller Apps:

Um Sicherheitsrisiken auszuschließen, bevorzugen viele Anleger ausschließlich die Nutzung von Apps, die von den Handelsplattformen für digitale Währungen angeboten werden.

Kundenrezensionen:

Wer sich nicht auf die offiziellen Apps der Handelsplattformen beschränken möchte und den Radius für die Suche einer geeigneten App erweitern möchte, sollte sich vor dem Download die Zeit nehmen, um die Rezensionen von Kunden, die die jeweilige App bereits nutzen, sorgfältig zu lesen. Möglicherweise warnen einige Nutzer in den Kommentaren vor der App.

Anzahl der Downloads:

Auch die Anzahl der bisherigen Downloads kann Aufschluss darüber geben, ob es sich um eine vertrauenswürdige App handelt. Wobei an dieser Stelle zu erwähnen ist, dass die zuvor genannten rund 500 schädlichen Apps vom Google Play Store weit mehr als 100 Millionen mal heruntergeladen wurden.

App möchte Zugriff auf zahlreiche Funktionen:

Ein weiterer Hinweis darauf, dass es sich um eine gefährliche App handeln könnte, ist, dass die App auf zahlreiche Funktionen des Smartphones zugreifen möchte. Insbesondere dann, wenn die geforderten Zugriffe in keinem Zusammenhang mit der App stehen, ist größte Vorsicht geboten. Im Zweifelsfall raten Sicherheitsexperten zur sofortigen Deinstallation der App.

Kontrolle des Datenvolumens:

Auch die Kontrolle des durch die App verbrauchten Datenvolumens kann Schlimmes verhindern. Schädliche Apps fressen das Datenvolumen innerhalb weniger Tage komplett auf.

Fazit:

Eine 100-prozentige Sicherheit bieten die genannten Tipps nicht. Nur die App Store-Betreiber sind in der Lage, die notwendige Sicherheit zu gewährleisten. Und das funktioniert nur dann, wenn die Betreiber ihre App Stores regelmäßig kontrollieren und schädliche Apps sofort entfernen, oder besser noch: sie gar nicht erst anbieten.

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