Deutsche Gebärdensprache

Update: Montag, 11. Mai 2020

Home / INTERESSANTES / Tipps

Kannst du Gebärdensprache? Hast du schonmal gesehen, wie sich zwei oder mehr Leute per Gebärde unterhalten? Das ist eine faszinierende Methode und durchaus für jeden interessant, wie diese Seite zeigen soll.

Bei immer mehr Vorträgen, Nachrichten und anderen Übertragungen sieht man simultane Dolmetscher, die das Gesprochene in Gebärdensprache übertragen. Was für Menschen, die die Gebärdensprache nicht beherrschen, vielleicht nach wilder Fuchtelei aussieht, ist für die Kommunikation mit Menschen, die taub-stumm sind, extremst wichtig!

Ob Anfänger oder Forgeschritten: Für alle ist ein Nutzen da

Wenn nicht ganze Sätze, sondern nur einzelne Begriffe gebärdet werden, verstehen auch viele "Unwissende", was gemeint ist, z.B. bewegen sich die Hände wie beim Melken, um "Milch" zu gebärden oder zeichnen den Schnurrbart einer Katze nach, um "Katze" zu beschreiben. Kurse für die Deutsche Gebärdensprache gibt es in vielen deutschen Städten mit verschiedenen Schwerpunkten und Zielen.

Hier soll eine Sammlung an Beispielen zeigen, dass man Gebärdensprache in erstaunlich vielen Situationen richtig gut gebrauchen kann, so dass sich das Erlernen dieser Sprache noch mehr lohnt!

 Ende der Gebärde Start der Gebärde

 

Alltägliche Anwendungsmöglichkeiten für die ganz offizielle Zeichensprache

Manchmal ist es so, dass unsere Stimme nicht das ideale Mittel ist, um eine Botschaft von uns aus zu jemandem hin zu transportieren. Oder das Geräusche gerade nicht von Mund zum Ohr des Empfängers kommen. Dann ist ein aussagekräftiges Zeichen eine wunderbare Lösung! Solche Situationen können sein:

  1. Du stehst drinnen in einem Geschäft, deine Freundin auf der anderen Seite des Schaufensters und möchte dir signalisieren, dass sie nun nach Hause geht: Sie formt mit beiden Händen ein Dach.
  2. Quer durch den Supermarkt zu schreien, ist vielleicht nicht so die charmante Lösung, wenn du schon an der Kasse stehst und du deiner Begleitperson klar machen willst, dass bitte noch ein Liter Milch in den Einkaufswagen soll. Wenn ihr Blickkontakt habt, kannst du einfach mit beiden Händen in der Luft melken.
  3. Du kommst vom Zahnarzt und hast noch eine Betäubung oder Schmerzen, die das Sprechen richtig unangenehm machen. Wenn du deinem Partner signalisieren möchtest, dass du bitte etwas trinken möchtest, bewegst du eine Hand kippend hin und her, als wenn du ein Glas neigst.
  4. Im Job steckst du mit einem Kollegen mitten im Gespräch mit jemandem Externen, so dass Höflichkeit geboten ist? Um euch untereinander zu verständigen zum weiteren Vorgehen, ist die Gebärdensprache super, ohne das Gespräch unterbrechen zu müssen.
  5. Wenn während einer Telefonkonferenz zu viele Leute gleichzeitig sprechen, versteht man gar nichts mehr. Oder das Mikro ist kaputt oder auf einer Seite ist viel Lärm im Hintergrund oder die Audio-Technik streikt, so dass man nichts mehr hört, sondern den oder die Gesprächspartner nur noch sieht. Wie wäre es dann mit der Gebärde "fertig", indem bei ausgestreckten Händen die untere Handkante der oberen Hand zweimal auf die untere aufgestellte Hand klopft? Oder völlig allgemeinverständlich: Winken, um sich zu verabschieden.
  6. In so mancher Situation hilft es einem Mitmenschen schon, wenn er sich einfach nur verstanden fühlt. Deine Tochter oder dein Sohn ist auf dem Kinderspielplatz hingefallen, du bist aber gerade auf der ganz anderen Seite und durch den Kinderlärm dringt kein Wort herüber? Sobald der Nachwuchs weiß, dass Mama oder Papa ihm beistehen, ist der Schmerz schon viel kleiner. Das Zeichen für "Aua" geht, indem man eine Hand ganz locker im Gelenk macht und in der Nähe vom Kinn schüttelt.
  7. "Mit vollem Mund spricht man nicht." Und dennoch kommt das doch in den besten Familien vor. Alternativ kannst du dein Essen genüsslich kauen und per Gebärdensprache einzelne Infos von dir geben. Beispielsweise "heiß", um eine andere Person am Tisch zu warnen, bevor sie einen Happen in den Mund steckt: Ziehe mit einer Hand ganz schnell die anfangs ausgestreckten Finger nach außen weg und schließe die Hand dabei zur Faust. Bei langsamer Bewegung bedeutet es nur "warm", bei ganz schneller Bewegung bedeutet es "heiß".

Beispiele für einfache Gebärden, die fast jeder versteht

  • Bitte
  • Danke
  • nochmal
  • Fahrradfahren
  • nach Hause
  • Aua

 

Gebärdensprache für Babys und ganz Kleine

Wann fängt ein kleiner Mensch an zu sprechen? Irgendwann ab einem Jahr kommen die ersten Worte, vielleicht "Mama" und "Papa", die ersten kurzen Sätze meistens mit rund zwei Jahren. Die Aussprache ist anfangs meist ziemlich ungenau und ohne Übung ist es schwierig, ein kleines Kind zu verstehen. Vor allem S-Laute sind für einen kleinen Mund anfangs nicht möglich und es braucht einfach seine Zeit.

Kommunizieren können - ohne zu sprechen - aber auch ganz frisch Neugeborene schon, und zwar über Körpersprache und eben das Schreien als letztes Mittel, um Signale auszusenden, dass bitte irgendwas verändert werden soll. Ein Baby lernt schnell, dass mit den kleinen Händen und Fingerchen eine ganze Menge anzufangen ist und umgekehrt ist das Verstehen der Muttersprache auch schon sehr, sehr früh möglich. Und es ist eindeutig, dass schon die Kleinsten es immens freut, wenn Kommunikation gelingt, sie sich verstanden fühlen und sich erfolgreich mitteilen können! Da ist Gebärdensprache auch eine tolle Möglichkeit, um schon vor dem tatsächlichen Sprechen mit einem Baby oder Kleinkind zu kommunizieren. Einzelne Zeichen lernen auch die Kleinsten schon aktiv anzuwenden, wenn es Ihnen Spaß macht und die Zeichen im Alltag ständig z.B. von den Eltern gemacht werden. Für "an" und "aus" für Licht, Kaffeemaschine, Spieluhr uvm. kann man die Gebärden sehr gut in den Alltag einbauen. "An" wird gebärdet, indem eine geschlossene Faust zügig geöffnet wird (siehe Bilder oben), für "aus" schließt man dagegen die ausgebreiteten Finger zur Faust (siehe Bilder oben in umgekehrter Reihenfolge).

Ein Baby, das selbst noch nicht sprechen kann oder die Aussprache noch nicht genügt, damit der Zuhürer das Gemeinte erraten kann, kann sich mittels einiger Gebärden schon richtig gut "artikulieren". Natürlich machen Kleinkinder im Alter von anderthalb Jahren z.B. auch eine Gebärde nicht 100% korrekt, aber überraschend viel klappt schon und sorgt für erfolgreiche Kommunikation mit den Eltern oder anderen Mitmenschen.

 

Große Einsatzvielfalt für Gebärdensprache

Manche der hier dargestellten Anwendungsmöglichkeiten sind doch etwas überraschend und nicht sofort im Visier, wenn man anfängt Gebärdensprache zu lernen. Und später fällt dann plötzlich auf, wie oft sie nützlich es sein kann. Dazu ist natürlich immer die Voraussetzung, dass der "Zuhörer" auch hinschaut ...

Fallen dir noch mehr Szenen ein, wo Gebärdensprache die Rettung sein kann? Welche Begriffe magst du besonders gern in Gebärdensprache? Schreib doch einen Kommentar!

Kommentare 0

 

Neuen Kommentar schreiben: