Warum der Dauer-Dispo keine gute Idee ist

Update: Dienstag, 20. April 2021 Anzeige

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Die meisten Inhaber eines Girokontos haben in Deutschland auch einen Dispokredit. Wie hoch er ausfällt, hängt von den finanziellen Hintergründen, aber auch vom eigenen Belieben ab. Grundsätzlich ist der Dispo bequem: Er steht stets zur Verfügung, muss nicht erst angefragt werden, bevor er genutzt wird – und er wird gerne genutzt. Manchmal entwickelt sich ein dauerhafter Kontostand im Rahmen des Dispos, was in der Folge teuer, ärgerlich und auch gefährlich ist. Dieser Artikel zeigt die Probleme und Lösungen auf.

Teurer Dispo
Abbildung 1: Wer dauerhaft im Dispo lebt, zahlt unnötig hohe Zinsen. Es gibt durchaus Alternativen. Bildquelle: @ Markus Spiske / Unsplash.com

 

Der Dispokredit ist teuer

Die ständige Bereitstellung des Dispokredits lassen sich die Banken durchaus gut bezahlen. Die Kosten fallen ohne die Nutzung nicht auf, doch ist der Kontostand erst einmal im Minus, wird es teuer. In einem Test kam heraus, dass die durchschnittlichen Dispozinsen in einem Jahr bei knapp 10 Prozent liegen. Nun sind die Dispozinsen natürlich eher marginal, wenn das Konto hin und wieder für ein paar Tage leicht ins Minus rutscht. Kommt es jedoch zu einer Dauernutzung, wird es teuer und problematisch:

  • Laufende Kosten – für jeden Tag im Minus wird der Dispozins berechnet. Somit steigen die Kosten für den Dispo täglich an.
  • Erhöhung – oft geschieht es, dass mit einem kleineren Minusbetrag begonnen wird, der sich aber im Laufe der Monate immer weiter erhöht. Damit steigen wieder die Kosten in die Höhe.
  • Rückzahlung – eigentlich ist es ganz einfach, den Dispo zurückzuzahlen. Da er sich monatlich eh mit jedem Geldeingang ausgleicht, müssen nur monatlich bestimmte Beträge zurückgehalten werden, sodass sich die Minussumme verkleinert. ›Eigentlich‹ ist jedoch nicht ›tatsächlich‹ und viele Menschen landen in der Dispo-Dauerfalle.

Wer den bereitgestellten Kredit wirklich nur hin und wieder für wenige Tage nutzt, um beispielsweise noch schnell vor Gehaltseingang zu tanken, der hat natürlich kein Problem. Wer allerdings beim Blick aufs Konto überwiegend rote Zahlen sieht und schon rechnen muss, wie viel Geld denn noch zur Dispogrenze verfügbar ist, der sollte schnell eine Lösung finden. Eine Umschuldung über reinen Ratenkredit wäre in diesem Fall die beste und günstigere Lösung. Mittlerweile gibt es eigens Ratenkredite mit dem Verwendungszweck des Dispoausgleichs.

 

Die Alternative: Ratenkredit für Anschaffungen

Es gibt pauschal zwei Gründe, weshalb der Dispo genutzt wird. Einer ist, dass in einem Monat ungeplante Kosten aufkamen, die gedeckt werden mussten, sodass das Konto ins Minus ging. Der andere Grund sind Anschaffungen, die über den Dispo bezahlt wurden. In diesem Fall wäre ein Ratenkredit eine wesentlich sinnvollere Lösung:

  • Kosten – die Gebühren für Ratenkredite liegen immer unter denen des Dispokredits. Zudem können die Summen mittlerweile recht frei gewählt werden, wobei die Pauschalkreditangebote oft die besten Konditionen bieten.
  • Wann nutzen – sobald eine größere Anschaffung oder auch eine teure Reparatur ansteht, lohnt sich der Ratenkredit. Die Beantragung geht heute bei Digitalangeboten in rund 48 Stunden über die Bühne, sodass die Wartezeit nicht allzu hoch ist.
  • Größere Anschaffungen – sind größere Anschaffungen geplant, ist der Ratenkredit stets die beste Wahl. Der Verbraucher muss nur vorab überschlagen, wie viel Geld wirklich benötigt wird.

Ratenkredite sollten natürlich immer miteinander verglichen werden, wobei es beim Vergleichen nicht allein auf die Kosten, sondern auch auf die sonstigen Konditionen ankommt. Kostenfreie Sonder- oder gar Gesamttilgungen sollten möglich sein, auch sind Absicherungen wie die Ratenpause nützliche Inhalte.

Wie bereits erwähnt, könnte ein Ratenkredit auch zur Rückzahlung des Dispokredits genutzt werden. Mitunter lässt sich dieser Kredit auch mit den Anschaffungen verbinden, also in der Höhe höher ausstellen. Sicherlich fallen dann Kreditraten an, doch sparen Kunden im Endeffekt über die Zinsen und haben in echten Notlagen weiterhin den Dispo zur Verfügung.

 

Die Alternative zum Dauer-Dispo: der Abrufkredit

Zum Dauer-Dispo kommt es oft wirklich, weil er einfach so bequem ist. Ein Abrufkredit lohnt sich zwar noch nicht, wenn das Konto noch tiefrote Zahlen schreibt, doch wer seinen Dispo endlich mühsam ausgeglichen hat oder eine Umschuldung durchgeführt hat, der kann sich mit dieser Kreditform behelfen:

  • Was ist das? – der Kunde vereinbart einen Kredit mit einer Bank. Dieser Kredit wird allerdings nicht auf das Konto des Kunden ausgezahlt, sondern auf ein spezielles Kreditkonto überwiesen. Dieses lässt sich nun mit dem Bankkonto verknüpfen. Benötigt der Kunde Geld, so bucht er einen Teil der Summe oder die Gesamtsumme auf das Konto.
  • Kosten und Konditionen – auf den ersten Blick wirken die Zinsen etwas höher, doch fallen sie kaum in Betracht. Denn auch sie fallen nicht auf die Gesamtsumme an, sondern einzig auf den abgerufenen Betrag.
  • Rückzahlung – sie ist vertraglich unterschiedlich. Oft kann der entnommene Betrag jederzeit zurückbezahlt werden, wobei es teilweise Fristen gibt. Beispiel: Es wurden 500,00 Euro genommen, sie müssen binnen drei Monaten nach Entnahme ausgeglichen werden. Bei Gesamtentnahmen sind die Fristen natürlich länger.

Doch warum eignet sich der Abrufkredit als Hilfe gegen den Dauer-Dispo? Wie schon gesagt, wird der Dispo oft instinktiv genutzt. »Oh, das Produkt kann ich noch kaufen, Gehalt kommt ja bald«. Das Geld ist schließlich vorhanden. Beim Abrufkredit kommt zwischen Sehen und Kaufen jedoch ein Zwischenschritt dazu: Die benötigte Summe muss umgebucht werden. Das erhöht die Hemmschwelle bei Spontankäufen und nicht selten wird erst einmal das Gehalt abgewartet oder überlegt, ob es nicht eine andere Lösung gibt. Hinzu kommen natürlich die wesentlich günstigeren Zinsen und der Schutz davor, sich dauerhaft im Dispo zu bewegen und immer weniger Luft bis zur Dispogrenze zu haben.

Dispo nachrechnen
Abbildung 2: Es lässt sich leicht nachrechnen: Alternativen zum Dispokredit sind häufig deutlich günstiger. Bildquelle: @ Kelly Sikkema / Unsplash.com

 

Fazit – schnell raus aus dem Dispo

Zugegeben, ist das Konto im Dispo, so deprimiert der Anblick. Die Zahlen sind rot, es prangt ein dickes Minuszeichen davor und Geldeingänge verschwinden scheinbar im Nirwana, da sie automatisch auf den Dispo angerechnet werden. Doch gerade die Kosten des Dispo und die Gefahr, immer tiefer in die roten Zahlen zu rutschen, sind es, die nach Alternativen suchen. Ratenkredite sind bei Anschaffungen immer sinnvoller, gleichfalls bieten sie sich an, größere Dispobeträge auszugleichen. Ist das Konto erst im Plus, lohnt es sich, sich mit dem Abrufkredit zu befassen. Er ist eine sehr gute Alternative und bietet eine natürliche Hemmschwelle: die zuvor durchzuführende Umbuchung.

 

Wie gehst du mit deinen Finanzen um? Hast du weitere Tipps, um den Dauer-Dispo zu vermeiden? Schreibe doch einen Kommentar.

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